Wand mit Stuckornamenten
Wand mit Stuckornamenten

Geradeaus vom Eingang, öffnet sich die Tür wohl zum schönsten und historisch wertvollstem Raum im Schloss, dem Stucksaal, auch als Marmorsaal benannt.

Einer der bekanntesten Stuckateure seiner Zeit, Johannes August Nahls, kam von Berlin, hier gestaltete er die „Goldenen Galerie“ im Schloss Charlottenburg, zunächst  zu Diensten bei dem Landgrafen Friedrich II. von Hessen-Kassel und sodann im Schloss Langenselbold für das Fürstenhaus von Isenburg Birstein tätig.

Der Stucksaal lebt von der farblichen Harmonie der Gegensätze, während die Decke Champagner-cremefarbig mit weißen Stuckornamenten und der Fußboden sandsteinrot und beige in warmen Farbtönen gestaltet sind wirken die Wände im grauen Stuccolustro(*) eher kühl, den Kontrast hierzu bilden die spielerisch aufgebrachten Stuckornamente, die sich wieder in den mit Stuckliesen begrenzten Feldern der Wände noch an den einzelnen Deckenflächen wiederholen, dies macht die einmalige Wertigkeit der Stuckarbeiten aus. Über den weißen Türen heben sich gelbgraue Flächen mit Stuckornamenten ab (Supraporten).

*Stuccolustro [italien.], Technik zur Herstellung glänzender Fresken. Auf den üblichen. Freskogrund wird ein Gemisch von Kalk, Marmormehl und ölhaltiger Seife aufgetragen, nach dem Antrocknen mit einem Bügeleisen heiß gebügelt. Dadurch erhalten die Wände ihre glänzende Oberfläche.

Decke mit Stuckornamenten
Stucksaal

In der Mitte der Stirnseiten des Saales zieren Kamine aus graurosa Lahnmarmor, eingerahmt mit gradlinig angeordneten Stucksäulen die Wände. Die über den Kaminen vorhandenen Kristallspiegel mit ihren vergoldenden Rahmen verleihen dem Raum eine optische Tiefe.

Eine weitere Besonderheit bildet der Kronleuchter aus Murano-Glas in der Mitte des Saales hängend, seit der Restaurierung der Stuckdecke 2006 schmücken zwei weitere Kronleuchter aus Kristallglas den Raum.

Untertisch und Kristallspiegel

Zur Fensterseite befinden sich zwei Untertische aus Stuckornamenten zusammengefügt und vergoldet, abgedeckt mit einer kunstvollen gestalteten Tischplatte aus Stuccolustro

Über den Tischen jeweils wiederum ein Kristallspiegel mit einem vergoldeten Rahmen.

Die Schlosskonzerte, vor allem feierliche Trauungen usw. eben solche Veranstaltungen die von ihrer Art in den besonderen Rahmen des Stucksaales passen. Es ist erstaunlich welch ein Kunstschatz, mit dem Stucksaal hier vorhanden ist, dessen Wertigkeit es zu schätzen und zu achten gilt.